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letzte Einsätze

02.10.2017  Voraushelfer  in Grube Messel, Markstraße  
23.09.2017  Voraushelfer  in Messel, Gartenstraße  
16.09.2017  Allg. Hilfeleistung  in Messel, K180  

Nächste Termine

Di Okt 24 @19:30 Uhr - 22:00 Uhr -Einsatzübung besondere Lage
So Nov 05 @08:00 Uhr - 11:00 Uhr -Zugübung
Di Nov 07 @19:30 Uhr - 22:00 Uhr -VH Training
So Nov 19 @10:30 Uhr - 12:00 Uhr -Wache Ehrenmal
Di Nov 21 @19:30 Uhr - 22:00 Uhr -FwDV 3

Weihnachtsbaum

Gefahrenquelle Weihnachtsbaum

Fotolia_5525496_XSImmer wieder überraschen Meldungen in der Advents- und Weihnachtszeit über Brände, deren Ausgangspunkt der Weihnachtsbaum oder der Adventskranz war. Unverständnis macht sich breit.
  • War da keine Möglichkeit, diesen Brand zu verhindern?
  • Warum breitete sich der Brand so schnell aus?
  • Gibt es keine Möglichkeit, den Weihnachtsbaum einfach schwerentflammbar zu machen?
Rund 400.000 Nadeln hat die "Standardausführung" eines Weihnachtsbaumes, eine Fichte von 2,20 Meter Höhe. Die Nadeln, nicht die Zweige und der Stamm, stellen im wesentlichen die gefährliche Brandlast des Baumes dar. 400.000 Einzelelemente von brennbarem Stoff, die sich im Abstand von nur wenigen Millimetern befinden.

Schneidet man eine Nadel auf und legt sie unters Mikroskop, so erkennt man, dass das Innere der Nadel aus winzigen Harznestern, aus Harzseen besteht. Pflanzliches Gewebe umschließt diese Harzseen. Gewebe, dessen Festigkeit sich mit dem Feuchtigkeitsgehalt erhöht und am ungeschlagenen Baum nahezu die Brandschutzklasse schwerentflammbar erreicht.
Geschlagen werden Weihnachtsbäume Ende November. Über 2-3 Wochen lang erhalten die Nadeln dann keine Feuchtigkeit mehr, dörren aus und werden zunehmend brennbarer. Werden diese Harzseen im Inneren einer Nadel (z.B. durch eine Kerzenflamme) erhitzt, so beginnt das Harz sich zu verflüssigen und im weiteren zu verdampfen. Der brennbare Dampf baut einen derart hohen Druck auf, dass das umschließende pflanzliche Gewebe wie bei einer Explosion auseinander gerissen wird. Je trockener der Baum, desto früher setzt dieser Vorgang ein. Der sich bildende Dampfdruck kann so stark ansteigen, dass durch die Explosion Luftmassen verdrängt und unmittelbar in der Nachbarschaft stehende Kerzen buchstäblich ausgeblasen werden.

Der Harzdampf, der freigesetzt wird, verbrennt schlagartig und löst eine Kettenreaktion aus. Flammen springen dann von Nadel zu Nadel. Lametta wird abgefackelt. Kugeln fallen herunter. Noch aufrecht stehende Kerzen geben ihre Standfestigkeit unter der entstehenden Erwärmung auf, werden nun auch zu "Brandstiftern". Innerhalb weniger Sekunden steht der ganze Baum in Flammen. Geschenkkartons und -papier, Vorhänge und andere brennbare Materialien werden von den Flammen erfasst. Irgendwann wird der Baum durch den unterschiedlichen Abbrand kopflastig, stürzt um, setzt die Brandausbreitung fort.

Während die Familie im Esszimmer die Weihnachtsgans tranchiert, platzen im Wohnzimmer die Fenster. Das Inferno kann nun nicht mehr mit nur einem Eimer Wasser verhindert werden.

  • Hätte man elektrische Weihnachtskerzen benutzt,
  • hätte man den Baum nicht so nah ans Fenster in die Ecke gestellt,
  • hätte man ihn festgebunden,
  • hätte man den Baum mit Wasser versorgt,
  • hätte man ihn eingesprüht,
  • hätte man ihn nicht unbeaufsichtigt gelassen,
  • hätte man!

Auch dieses Jahr werden sie wieder brennen, die Kerzen an den Weihnachtsbäumen und die Weihnachtsbäume selbst. Hoffentlich ein paar weniger.


 
Florian Hessen 11/95
Text: Gerhold Brill